Sunday, 18. january 2009 7 18 /01 /Jan. /2009 14:55

Lernen & Bildung Web 2.0

 

Was wollen wir?

 

 

Bei DNAdigital beschäftigen wir uns mit dem Thema „Bildung“ unter dem Aspekt der Integrierung von Web 2.0 als neues Lernmedium.

Wir wollen den Schülern, Lehrern und Eltern von Heute und von Morgen neue Möglichkeiten anbieten, um noch effektiver zu lernen und dabei mehr Spaß, Freude und Erfolge zu haben.

 

Die Jugend von heute braucht keine langen Erklärungen mehr, um Twitter oder Schuelervz.net zu verstehen. Entweder sie bringen es sich selbst bei oder sehen es bei anderen.
All das sind Medien für uns, deren Struktur wir bereits kennen und sie daher viel erlernen können, als manch Erwachsener.

Es entsteht in diesem Jahrhundert die sogenannte Gamer-Kultur, die von vielen Seiten noch kritisiert wird. Computerspielen wird von Vereinsamung am Pc, bis hin zur ausgelösten Aggression und Brutalität alles vorgeworfen.
Nutzt man aber den Computer und die Spiele, um die gewünschten Eigenschaften zu erlernen und zu fördern, würden am Ende beide Parteien (Schüler und Schule) auf ihre Kosten kommen.
Diese Spiele existieren bereits, doch in Schulen werden sie noch zu selten angewendet und meist als „lernschädlich“ abgestempelt.

 

Wir aber wollen die neue Entwicklung, die kaum aufzuhalten ist, aufgreifen und daraus neue Methoden der Vermittlung und des Austauschs von Wissen in Schulen integrieren und den Lehrern näher bringen.

 

 

Die während des 2. Educamps in Berlin erstellten „7 Forderungen für eine zeitgemäße Lehre“ drücken am besten aus, was die Schule von Morgen beinhalten sollte:

 


1. Größere Autonomie der Schulen
Autonomie bei der Haushaltsverwaltung ermöglicht den Schulen individuell auf die sich schnell verändernde Bildungssituation zu reagieren. Lehrenden muss die Möglichkeit gegeben werden, ihren Unterricht mit unterschiedlichen Lehr- und Lernmedien gestalten zu können. Die Einrichtung von persönlichen digitalen Lernumgebungen für Lernende soll gezielt gefördert werden.
Zur Unterstützung der Verwaltung in den Bildungsinstituten sollen Führungs- und Managementstrukturen aufgebaut werden.

2. Medienkompetenz als verpflichtender Inhalt jeder Schul-, Aus- und Weiterbildung
Sowohl die kritische Rezeption von Medien und deren adäquate Aufbereitung, als auch ein bewusster Umgang mit persönlichen Daten und urheberrechtlich geschützten Inhalten (im Internet) soll stärker in den didaktischen Stukturen der Bildungsinstitutionen verankert werden. Zur Medienkompetenz gehört ein Wissen über die gesamte Breite aller existierenden Medienformen und der jeweiligen Alternativen einer Lösung.

3. Volle Transparenz von Lehre und Forschung
Eine Wissensgesellschaft braucht eine öffentliche Lerngemeinschaft. Die Dokumentation von Lehrveranstaltungen und deren digitale Veröffentlichung unter offenen Lizenzen bildet die Grundlage dieser öffentlichen Lerngemeinschaft. 
Der Bildungsbetrieb soll aktiv die Umsetzung der "Cape Town Open Education Declaration" unterstützen. D.h., bei der Auswahl anerkannter Lehrmaterialien für Unterricht und Lehre sollen freie Lehrmaterialien Vorzug finden. Bildungsmaterialien, die mit Hilfe von Steuergeldern erstellt werden, sollen offen zugänglich sein. Bildungseinrichtungen sollen frei zugängliche Materialien fördern und ihre Relevanz hervorheben.

4. Anerkennung der Öffentlichkeitsarbeit als Teil der Forschung- und Lehrarbeit.
Das Engagement in der Öffentlichkeitsarbeit und die Evaluationsergebnisse aus der Lehre sollen stärker als Kriterium bei Berufungsverfahren und bei der Vergabe von öffentlichen Fördergeldern zu Geltung kommen.
Forschung und Lehre an den Hochschulen sollen aktiv die Ziele der "Berliner Erklärung über den offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen" unterstützen.

5. Effizienter, ergebnisorientierter Umgang mit Lehr- und Forschungsgeldern
Bürokratie und Verwaltung verbrauchen einen großen Anteil der finanziellen Ressourcen in Lehre- und Forschung. Die Verwaltungsstrukturen in Bildungsinstituten müssen auf ihre Effizienz hin überprüft werden. 
Ein ergebnisorientierter Umgang mit Lehr- und Forschungsgeldern ist nicht nur effizient, sondern eröffnet auch die Möglichkeit zur kritischen Evaluation. Die Ergebnisse der Vergabe von Lehr- und Forschungsgeldern sollen überprüft werden und somit langfristig zu einer Demokratisierung von Lehre und Forschung führen.

6. Zugängliche Ausstattung mit zeitgemäßen technischen Produktionsmitteln
Zur aktiven Nutzung digitaler Lehr- und Lernmedien ist es notwendig die Bildungsinstitutionen mit geeigneten Produktionsmittel zur Erstellung von Ton-, Bild- und Video-Dokumenten auszustatten. Diese Produktionsmittel sollen Lernende bei allen Bildungseinrichtungen ausleihen können. Für die Anschaffung und Wartung dieser technischen Ausstattung sollen zusätzliche finanzielle Mittel bereitgestellt werden.
Eine zeitgemäße Infrastruktur mit Webserver, Intranet und W-Lan-Zugänge ist Grundvoraussetzung zur (lokalen) Nutzung von digitalen Lernumgebungen. Der bloße Zugang zum Internet ist für zeitgemäßes Lehren und Lernen nicht mehr ausreichend. Es ist notwendig, die Bildungseinrichtungen mit einer modernen Infrastruktur auszustatten und sie bei deren Betrieb zu unterstützen.
Mit dem fächerübergreifenden Einsatz von Laptops soll das mobile und selbstständige Lernen gefördert werden. Laptops sind die Lernmittel der Zukunft!

7. Entwicklung eines sicheren Rechtsrahmens für den Umgang mit neuen digitalen Lehrmedien
Die Angst vor Abmahnungen und eine undurchsichtige Rechtslage bei der Veröffentlichung von Lehr- und Lerninhalten erschweren die Anwendung von Social Media Software in Schule und Universität. Lehrende und Lernende brauchen eine klare Rechtsgrundlage, um die Potentiale des Internets nutzen zu können. Es muss ein Rechtsrahmen entwickelt werden, in dem sich Lehrende und Lernende im Internet frei bewegen können. Die Erstellung einer Positiv-Kriterienliste zur Publikation in Lehre und Forschung ist überfälli

 

 

 

 

Welche Ideen haben wir?

 

  1. SchuWeb Mobil
  2. „Rent-a-Digital-Native“-Service für Schulen
  3. „Day of School“

 

 

  1. Beim SchuWeg Mobil handelt es sich um einen Bus, der durch Deutschland fährt und die neusten Lehrmethoden zeigt. Eine Art kleine, fahrbare Ausstellung, die interessierte Schulen besucht und dort vor allem den Lehrern ersteinmal anhand von Flyern zeigt, was es alles auf dem Markt gibt.

Außerdem könnten mit dem Bus Vorträge und Fortbildungen gebucht werden, durch die Lehrer sich weiterbilden, um den Schüler durch neue, spielerischere Methoden mit mehr Nutzung von Medien das Lernen zu erleichtern.

 

 

  1. Der „Rent-a-Digital-Native“-Service ist da, um ausgewählte Digital Natives in Schulen einzuladen, um dort Vorträge zu halten und aus Sicht eines jungen Menschen, der noch großen Bezug zu den heutigen jüngeren Schülern hat und sich mit der Nutzung des Internets auf verschiedenste Weise auskennt, den Lehrer erklären kann, worauf man beim Lehren achten sollte und was man am besten nutzt, um die Schüler zu erreichen und zum Lernen und zum Hausaufgabenmachen zu ermuntern.

Außerdem dienen die Digital Natives als Ansprechpartner für den stetigen Austausch mit den Lehrern. Sie gehen „ehrenamtlich“ Kooperationen mit Schulen in ihrer Nähe ein, um an konkreten Projekten mitzuarbeiten und Ideen zu entwickeln.

 

 

  1. Es sollten konkrete Tage oder Projektwochen in Schulen jährlich eingeplant werden, an denen die Schüler selbst forschen können und Einrichtungen in ihrer Nähe besuchen, um dort noch mehr Möglichkeiten zu haben und neues zu entdecken.

Ein gutes Beispiel dafür ist das „Science House“.

Es ist ein Haus in Rust im Europa-Park, das aktuelle Themen aus Wissenschaft und Technologie ausstellt und Kindern und Eltern die Möglichkeit zum Experimentieren bietet.

Es gibt die sogenannten „Science Days“, an denen Schulen oder Klassen eingeladen werden, um dort die Schüler forschen zu lassen. Diese „Tage“ werden vom Förderverein Science und Technologie e.V. und dem Europa-Park durchgeführt.

 

 

Um in Schulen neue Medien zu integrieren, müssen vor allem die Lehrer ausgebildet werden. Dafür gibt es kaum Fördermittel und oft scheitert es schon daran, dass die Lehrer entweder kein Geld, keine Zeit für Fortbildungen haben, oder ihnen gar nicht erst die Möglichkeit von der Schule gegeben wird, weil dort ein Lehrkräftemangel herrscht.

Daher sollten sich Sponsoren finden, die die Fortbildung von Lehrern fördern möchten, um den Schülern und somit den Studenten und Absolventen von Morgen bessere Lernchancen zu bieten.

von Leonie Schlick - veröffentlicht in: Meine Meinung - Community: Bildung & Schule
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Tuesday, 6. january 2009 2 06 /01 /Jan. /2009 17:29

 Bildung ist wichtig, vor allem wenn es gilt, Vorurteile abzubauen. Wenn man schon ein Gefangener seines eigenen Geistes ist, kann man wenigstens dafür sorgen, dass die Zelle anständig möbliert ist.“

 

Peter Ustinov

 

 

Wenn wir über Bildung reden wollen, müssen wir ganz am Anfang beginnen.

Die Schule, wie wir sie kennen, entstand erst im 18. Jahrhundert

Angesichts der Schichtengesellschaft war Bildung eine Frage der Herkunft und so wurde die Schule unterteilt in die Volksschule für Bauern und Arbeiter, die Mittelschule für Handwerker und einfache Kaufleute und die Oberschule für Akademiker und Politiker.

 

Noch heute gibt es in Deutschland eine Unterteilung in drei Schulformen:

 

Hauptschule – „Ende der 1960er Jahre aus der sogenannten Oberstufe der Volksschule hervorgegangen. …Sie vermittelt den Schülerinnen und  Schülern eine grundlegende allgemeine Bildung.“ (Wikipedia)

 

Realschule – „Bis 1964 als Mittelschule geführt. … Sie vermittelt den Schülerinnen und Schülern eine erweiterte allgemeine Bildung. “ (Wikipedia)

 

Gymnasium – „Es vermittelt den Schülerinnen und Schülern eine vertiefte allgemeine Bildung“

 

Wir entnehmen dem also, dass Haupt- und Realschule den weniger angesehenen Schulformen entsprungen sind.

Auch wenn die weiterführende Schulform nach der Grundschule heutzutage nicht mehr nach Herkunft bestimmt wird, stellt man doch fest, dass Kinder aus gebildeten Haushalten wesentlich häufiger aufs Gymnasium wechseln.

„Wenn ein Kind am Ende seiner Grundschulzeit nicht auf das Gymnasium wechselt, kann das aus zwei ganz verschiedenen Gründen geschehen: Das Leistungspotenzial des Kindes ist nicht groß genug oder aber es wurde nicht erkannt, nicht genug gefördert, von Eltern oder Lehrern nicht richtig eingeschätzt.

Der zweite Fall stellt tatsächlich ein größeres Problem dar: So wurde in Hamburg nachgewiesen, dass ein Drittel der an Gymnasien empfohlenen Schüler eine unterdurchschnittliche Lesekompetenz hatte. Dagegen wies ein Drittel der Schüler, die an Real- und Hauptschulen empfohlen wurden, eine überdurchschnittliche Lesekompetenz auf.

Sozial ungleich wird diese »Fehlverteilung«, weil Kinder aus unteren Schichten bei gleicher Lesekompetenz viel eher auf Haupt- und Realschulen gehen und eben nicht aufs Gymnasium. Man spricht dabei vom sekundären sozialen Effekt auf den Schulerfolg, während das individuelle Leistungspotenzial des Kindes als der primäre soziale Effekt gesehen wird.

 

Das »eigentliche« Leistungspotenzial eines Schülers ist eine nicht messbare Größe, sie hängt ab von zahlreichen Einflüssen aus Elternhaus und Schule, die das Kind seit seiner Geburt erfährt: ob ihm viel vorgelesen wird, wie sich Geschwister oder Oma um das Kind kümmern, ob seine Eltern Nachhilfe bezahlen können, ob es in der Schule unter- oder überfordert wird, ob die Eltern vielleicht gar nicht wollen, dass das Kind auf ein Gymnasium geht.“

 

13.03.2008 , http://hermes.zeit.de/pdf/archiv/2008/12/C-Studie-Bildungschancen.pdf

Volker Müller-Benedict (Professor für Methoden und Statistik an der Universität Flensburg)

 

 

Eine Gesellschaft ist nur so gut wie sie ihre Schwächsten behandelt!“

 

Es gibt zwar genügend Beispiele von Menschen, die sogar mit Hauptschulabschluss eine erstrebenswerte Karriere gemacht haben, dennoch sind dies nur einige wenige, die sich von der Masse abheben konnten und ihre Talente selbst entdeckt haben.

 

Was wird in unserer Gesellschaft für Schüler getan, die ihre Talente noch nicht gefunden haben?

 

Gelder werden gekürzt, es wird gespart, Lehrer werden schlechter bezahlt und die Bedingungen für effektives Lernen werden immer mangelhafter.

Wie können wir wieder ein Gleichgewicht zwischen Hauptschul- und Gymnasialbildung schaffen? Was können wir tun, um unseren Kindern bessere Aufstiegschancen zu bieten?

 

Wann immer man in den Zeitungen über das deutsche Bildungssystem liest, hört man Kritik und Unzufriedenheit, doch nur Privatschulen verändern etwas.

Alle beschweren sich über den Fachkräftemangel und über die schlechten PISA-Ergebnisse.

 

Bringt es wirklich etwas, an einem Auto zu basteln, das bereist schrottreif ist?

Um wirklich etwas zu verändern, sollten wir noch einmal bei Null beginnen und uns ein neues System ausdenken, das auf guten Vorbildern aufbaut.

Im fernöstlichen Kulturraum ist das perfekte Kopieren eine der höchsten Tugenden. Im Westen jedoch leicht verpönt.

Warum?

Wir lernen von unseren Eltern, die wir ebenso kopieren, deren Eigenschaften wir adaptieren und als die unseren ausgeben.

Viele Kritiker sagen, dass in Skandinavien andere Verhältnisse und Gegebenheiten herrschen würden, die in Deutschland nicht möglich seien, womit sie ausschließen, dass wir je eine solche Bildungskultur erschaffen können.

 

Schule von heute bedeutet: Festgelegte Lehrvorgaben, begrenzte Zeit, wenig Möglichkeit zur Selbstentfaltung.

Wir werden gemessen an unserer Beteiligung im Unterricht, auch wenn wir gerade mit den Gedanken bei unserer verstorbenen Katze sind, und an dem, was wir zu einem bestimmten Thema in einer Stunde schreiben können.

Frustration ist das Ende des stetigen Lernens und jeglicher guten Noten in der Schule.

 

Das deutsche Schulsystem besteht aus Vorgaben:

Wir müssen zu einer bestimmten Zeit in der Schule sein und zu einem bestimmten Zeitpunkt ein vorgegebenes Thema bearbeiten. Es könnte die Welt untergehen, aber im Fach Politik würden wir alles zum Thema Demokratie erfahren.

 

Schüler werden nach einem Zeugnis beurteilt, das aus Noten besteht, die sich nur auf bestimmte Fächer beschränken. Soft Skills werden gefordert, aber nicht gefördert. Um diese zu erlangen und auch bestätigt vorweisen zu können, müssten die Schüler Kurse neben der Schule besuchen und selbst bezahlen, was meist nicht billig ist.

Als ich zur Schule ging, streikten die Lehrer gerade und daher wurden alle Klassenreisen gestrichen. Die Frage ist jedoch, wem hier wirklich geschadet wird!?

Die Zugehörigkeit zu einer Gruppe ist ein existenzielles Gefühl eines jeden Mensches. Und das sollte in jeder Klasse als erstes gefördert werden.

 

Das Lehramtstudium hat sich inhaltlich seit Jahren nicht verändert, obwohl langsam jeder mitbekommen haben sollte, wie wichtig es ist, dass Lehrer auf ihre Schüler eingehen können und nicht nur Theorie vermitteln, sondern auch eine gewisse erzieherische Funktion erfüllen.
Natürlich tun sich die Lehrer damit schwer und es ist auch ein gewisses Armutszeugnis, dass die Eltern das scheinbar nicht mehr alleine im Griff haben. Aber Fakt ist, dass das Leben eines Kindes aus Schule besteht, denn dort verbringt es die meiste Zeit seiner Jugend.

 

Schlechte oder zu gute Schüler kommen in diesem System zu kurz. Es ist kein Platz und keine Zeit für Spezialfälle.

 

Deutschland fehlt es nicht an Intelligenz, sondern an einem intelligenten Studium für Lehrer und Erzieher!



Zielvorstellung

 

Folgendes sollte die Schule von Morgen den Kindern von Heute bieten:

 

  • Grundlagen in allen Fächern, um vergleichen und bewerten zu können
  • Verbindung von Fächern wie Mathe und Physik
  • Selbstständiges Handeln und Denken
  • Gute Lernmöglichkeiten durch gute Ausstattung mit Computern und Netzanbindung
  • Zeit für persönliche Betreuung der Schüler
  • Grundfähigkeiten für den späteren Beruf

 

 

Im Berufsleben wird nicht mehr Allgemeinbildung gefordert, sondern spezialisierte Wissensanwendung.

Es geht also darum, dass man von einem Schüler erwartet, das Erlernte nicht nur auf ein Fach, sondern auf alle anwenden zu können.

Vorwiegend handelt es sich dabei um die Fähigkeit der Selektion, Be- und Auswertung und schließlich der konkreten, knappen Lösungsfindung.

Alles andere ist überflüssig, wenn man die Grundkenntnisse beherrscht, also beispielsweise weiß, wie man einen Text bestmöglich liest, wie man ihn zusammenfasst und wie man sich aufbauend auf dem Inhalt selbst eine Meinung bildet und diese strukturiert und präzise aufschreibt.

 

„Nichts ist naturgemäßer als Tugend und Bildung -

ohne sie hört der Mensch auf, Mensch zu sein.“

 

Erasmus von Rotterdam (Humanist, 1465-1536)

 

Ausgehend von der Annahme, dass Kinder neugierig sind und gerne lernen, wenn es Spaß macht und sie dabei mit Freunden zusammen sind, sollte es also möglich sein, dass jede Materie mit der richtigen Methode auch jedem Kind beigebracht werden kann, auch wenn jedes Kind mit einem anderen Vorwissen in den Kindergarten, die Grundschule oder die weiterführende Schule kommt.

 

Wir müssen also an der Lehrmethode arbeiten, die wiederum den angehenden Lehrern und Erziehern an der Universität beigebracht wird.

 

In der Wirtschaft bereits Gang und Gebe, werden Internet und Computer in Schulen noch viel zu wenig genutzt. Sie sind oft veraltet oder nicht in vollem Maße nutzbar.

Selbst mit bester Ausstattung scheitert die Anwendung neuer Medien jedoch meist am Fachwissen und der Begeisterung der Lehrer, die meist zu wenige Anwendungsmöglichkeiten im Unterricht kennen.

 

Jedes Jahr kommen neue Schüler in die 5. Klasse und jedes Jahr bringt derselbe Lehrer diesen neuen Schülern die Bruchrechnung bei.

Jedes Jahr haben die neuen Schüler dieselben Fragen und dieselben Probleme und jedes Jahr muss der Lehrer sich mit jedem Einzelnen beschäftigen und hat jedes Jahr zu wenig Zeit dafür.

Der Lehrer hat nach ein paar Jahren ein eingespieltes Programm, den Schülern die Materie beizubringen. Mal lernen die Schüler schneller, mal sind sie langsamer.

Wie auch immer, der Lehrer spult meist nur noch sein Programm ab.

 

Wieso können diese Fragen, die jedes Jahr wieder gestellt werden, nicht einmal beantwortet und dann im Internet zur Verfügung gestellt werden?

 

Die heutige Generation wächst mit Medien aller Art auf.

Was unsere Eltern sich mühsam in Seminaren und Kursen erarbeiten müssen, ist für uns Alltag.

Wir nutzen das Internet auf eine ganz andere Art. Wir haben keine Angst vor Selbstdarstellung im Netz und nutzen es, um uns mit all unseren Freunden rund um die Welt auszutauschen und Kontakt zu halten.

 

Während man in Firmen langsam diese neue Entwicklung wahrnimmt und sich dementsprechend mit neuen Produkten und Angeboten an die Jugend von heute wendet, bleibt unser Schulsystem auf einem veralteten Stand.

 

Wie kann es sein, dass die Leistung eines Schülers von der Lehrkompetenz eines einzigen Lehrers abhängt, obwohl wir mittlerweile jede erdenkliche Möglichkeit der Vernetzung haben?!

 

Je weniger Lehrer und Eltern den Computer als Feind des Lernens und der Bildung betrachten, desto mehr Achtung und Zuspruch werden sie von den Kindern erhalten, die diese dann mit Freude am Lernen und besseren Leistungen beglücken.
Zuspruch bedeutet, dass Kinder wieder Spaß am Lernen haben und gerne nach der Schule die Matheaufgaben am Computer machen, statt eine Stunde mehr World of Warcraft (WOW) zu spielen.

Die Jugend von heute braucht keine langen Erklärungen mehr, um Twitter oder Schuelervz.net zu verstehen. Entweder sie bringen es sich selbst bei oder sehen es bei anderen.
All das sind Medien für uns, deren Struktur wir bereits kennen und sie daher viel schneller erlernen können, als manch Erwachsener.

 

Es entsteht eine sogenannte Gamer-Kultur, die von allen Seiten sehr kritisiert wird. Computerspielen wird von Vereinsamung am Pc, bis hin zur ausgelösten Aggression und Brutalität alles vorgeworfen.

Doch es gibt auch positive Eigenschaften, die die Arbeit am Computer und die Beschäftigung mit Spielen, Chat oder Foren haben.

Die Kinder können bei World of Warcraft beispielsweise automatisch erlernen:

 

  • Sozialkompetenz durch notwendigen Kontakt mit anderen Mitspielern
  • Koordination durch schnelle visuelle Bildverarbeitung
  • Räumliches Vorstellungsvermögen und Hirn-Hand-Koordination
  • Flexibilität, weil es immer mehrere Wege zum Ziel gibt
  • Wettbewerbsfähigkeit
  • Eigenständigkeit
  • Konzentrationsvermögen
  • Schnelles Entscheiden
  • Umgang mit komplexen Systemen

 

All das sind Eigenschaften, die später im Berufsleben gefordert werden.

Nun liegt es an der Schule, die soziale Einbindung jedes Schülers in der Klasse zu fördern, damit sich Kontakte nicht nur virtuell oder über ein Medium abspielen.

„Die neuen, spielerischen Lernumwelten sind nicht der Grund für die Krise der Bildung,

sondern womöglich ihre Lösung.“

 

Matthias Horx „Anleitung zum Zukunfts-Optimismus“

 

Schule darf nicht mehr „Auswendiglernen“ heißen, sondern eigenständiges Denken und Verknüpfung von Wissen.

 

 

Umsetzung

 

Im Pädagogikstudium sollte es eine noch stärkere Verbindung von Pädagogik und Psychologie geben, die sich damit beschäftigt, auch auf schwierige Kinder eingehen zu können.

 

Es muss mehr Geld in Bildung investiert werden, um Lehrer besser auszubilden und mehr Zeit und Raum zu schaffen, damit sich die Kinder besser aufgehoben fühlen und eine stärkere Bindung zwischen Lehrer und Schüler entstehen kann.

Wenn jemand erzählt, er sie ganz schlecht in Mathematik gewesen, sagt er im selben Satz auch, dass er den Lehrer oder die Lehrerin gehasst hat.

Natürlich kann keiner garantieren, dass jeder Lehrer nett und der Liebling der Schüler sein wird. Aber wenn Pädagogen wissen, wie sie mit einem Kind auf eine freundliche und respektvolle Weise umgehen müssen, wird wirklicher Hass gegen einen Lehrer immer geringer.

 

Hinzu kommt, dass häufig die besten Pädagogen in die Wirtschaft oder zu Firmen wechseln, weil die Bezahlung dort besser ist.

Der Beruf „Lehrer“ sollte einer der bestbezahltesten Berufe sein, denn schließlich geht es hier um die Betreuung unserer Zukunft.

 

Wer sich über zu wenige Fachkräfte beschwert, kann nicht im selben Moment Gymnasien aus Sparmaßnahmen schließen!

 

Schulen sollten untereinander durch Plattformen vernetzt sein.

 

Die Vision lautet: „Kollaterales Wissen“ (Steven Johnson „Everything Bad is Good For You“)

 

Das bedeutet, dass Schulen, Schüler und Lehrer durch Plattformen im Internet miteinander verbunden sind und sich austauschen könne.

Wo Austausch und Kontakt herrscht, geht es voran und jeder profitiert davon.

 

sofatutor.de stellt zum Beispiel Videos zur Verfügung, in denen man ausgewählte Themen vorgestellt bekommt und erlernen kann. Jeder kann ein Video machen und ein Thema erklären oder nur die vorhandenen Lernsequenzen nutzen.

 

Auf einer Plattform kann jeder auf das Wissen aller zugreifen, wenn er möchte. Aber auch ein Schüler aus der 5. Klasse kann Aufgaben aus der 7. Klasse bearbeiten, wenn er sich unterfordert fühlt.

Klassen würden nicht mehr nach Alter zusammengestellt werden, sondern nach der Bereitschaft der Schüler, etwas zu lernen.

Außerdem kann jeder Schüler seine Ergebnisse ins Internet stellen und so profitiert jeder davon.

Unser Schulsystem basiert darauf, jedem einzeln wieder dasselbe beizubringen. Wieso aber nutzen wir nicht die vielen Jahre der Erarbeitung dieser Lehrmaterialien und geben den Schülern von heute die Möglichkeit, auf das Wissen, das andere bereits vor Jahren erhalten haben und die Aufgaben, die diese bereist gelöst haben, zuzugreifen und gleichzeitig darauf aufzubauen und alles viel schneller zu lösen.

Vielleicht hat ein Schüler, der ein Jahrgang über mir war, eine brillante Frage gestellt und eine ebenso tolle Antwort erhalten, die die ganze Klasse weitergebracht hat. Ich aber werde nie davon erfahren und muss sie mir selbst erarbeiten. Vielleicht werde ich aber auch nie auf diese Frage kommen und so bleibe ich auf meinem Wissensstand.

Durch eine Vernetzung und Einrichtung verschiedener Plattformen, würde das Wissen aus ganz Deutschland zusammengeführt werden und so wäre kein Schüler mehr von der Kompetenz eines einzelnen Lehrers abhängig.

 

Eine sinnvolle Methode für den Unterricht nennt sich „Lernen durch Lehren“ (LDL), ab 1981 entwickelt von Jean-Pol Martin (geb. 1943 in Paris).

Die Grundannahme dieser Methode basiert darauf, dass man am besten lernt, wenn man selbst einem anderen etwas beibringt.

Die Schüler kriegen also ein Thema, mit dem sie sich beschäftigen und stellen sich später vor die Klasse, um es den anderen beizubringen.

 

Je mehr jeder Einzelne im Unterricht einbezogen wird und aktiv ist, desto höhere Leistung und Begeisterung wird erzielt.

 

 

 

 

 

Als man begann, Sprache aufzuschreiben, entgegnete Platon dieser Entwicklung mit der Meinung, die Menschen würden von nun an nur noch Texte repetieren, statt sie auf dem Wege der Rhetorik und des gesprochenen Wortes zu verinnerlichen.

 

1794 schrieb J. G. Hoche, Lesen sei die schlimmste Sucht, denn sie würde Torheiten und Fehler in das gesellige Leben einführen und darin erhaltene, nützliche Wahrheiten entkräften und Irrtümer und Vorurteile begünstigen und vermehren.

 

Der Film wurde von Alfred Döblin als „ziemlich banales Unterhaltungsmedium, mit dem die Sensationslust befriedigt werden kann“ bezeichnet und 1920 wurde im Reichsspielfilmgesetz das öffentliche Abspielen von Filmen als eine Gefährdung der inneren Ordnung definiert.

Günther Anders äußert sich nach dem zweiten Weltkrieg, dass das Radiohören zur Vereinsamung und Isolation führen würde.

 

In den 70ern werden dann die Stimmen gegen das Fernsehen, das zur Passivität verdamme, immer lauter und seit den 80ern sind es die lauten Zurufe gegen das Internet.

 

 

Es handelt sich bei all diesen Beispielen immer um ein Medium, das die Massen in seinen Bann zieht und somit der Autor eines Buches, einer Radio- oder Fernsehsendung oder eines Artikels darüber viel Macht auf viele Menschen ausüben kann.

 

von Leonie Schlick - veröffentlicht in: Meine Meinung
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Saturday, 6. december 2008 6 06 /12 /Dez. /2008 18:19
Ich bin ebenfalls der Meinung, dass es nicht allein um die Technik geht, die den Schulen zur Verfügung gestellt werden muss.
 Es geht viel mehr um die Ausbildung der Lehrer.
Diese müssen die entsprechenden Kenntnisse erhalten, denn erst dann können sie die Schüler richtig beraten und verstehen.

Es ist doch heutzutage wirklich oft so, dass man als Schüler von Twitter oder einem Blog erzählt und der Lehrer kann nicht einmal etwas mit dem Begriff anfagen.
Wieso sollte man vor so einem hinter dem Mond lebenden Erwachsenen noch Achtung haben?
Okay, das ist übertrieben ausgedrückt.

Das Pädagogik-Studium hat sich seit Jahren vom Inhalt nich verändert, obwohl langsam jeder mitbekommen haben sollte, wie wichtig es ist, dass die Lehrer auch sozial auf die Schüler eingehen können müssen; wie wichtig es ist, nicht nur Lernstoff zu vermitteln, sondern auch eine gewisse erzieherische Funktion zu erfüllen.
Natürlich tun sich die Lehrer damit schwer und es ist auch ein gewisses Armutszeugnis, dass die Eltern das scheinbar nicht mahr alleine hinbekommen. Aber Fakt ist, dass das Leben eines Kindes aus Schule besteht, denn dort verbringt es die meiste Zeit.
Also müssen Lehrer dafür sorgen, dass sich jeder Schüler in seiner Klasse wohlfühlt.
Ich bin davon überzeugt, dass sich ein guter Lehrer dadurch auszeichnet, dass er 1. auf die Schüler eingeht und 2. ein gutes Gruppenklima schafft, denn das liegt in seiner Hand.

Kommen wir wieder zum Thema Web 2.0:

Neue Medien ermöglichen neue Möglichkeiten. Kinder verbringen immer mehr ihre Zeit vor dem Pc oder mit ihrer PSP...
Ich arbeite öfter als Betreuerin von Kindern zwischen 7 und 16 Jahren und war am Anfang wirklich verblüfft, dass JEDES Kind schon im kleinsten Alter eine PSP oder einen Nintendo DS und was auch immer besitzt. Und das, obwohl die Geräte nicht billig sind.

Technik integriert sich immer mehr in unseren Alltag und daher muss auch das Bildungssystem darauf reagieren und nicht starr versuchen, es zu ignorieren und an alten Strukturen festzuhalten.

Je weniger Lehrer und Eltern den Pc als Feind des Lernens und der Bildung betrachtet, desto mehr Achtung und Zuspruch werden sie von den Kindern erhalten.
Mit Zuspruch meine ich nicht, dass es darum geht, beliebter zu werden. Zuspruch bedeutet für mich, dass Kinder wieder Spaß am Lernen finden und gerne nach der Schule die Matheaufgaben am Pc machen, statt eine Stunde mehr WOW etc zu spielen.

Die Jugend von heute braucht keine langen Erklärungen mehr, um Twitter oder Schuelervz.net zu verstehen. Entweder sie bringen es sich selbst bei oder sehen es bei anderen.
All das sind Medien für uns, deren Struktur wir bereits kennen und daher viel aufnahmefähiger und schnell im Lernen sind, als manch "Erwachsener".

Ich denke, es gibt auch bereits Musterbeispiele für die Integierung von Computern und Plattformen in Schulen. Diese sind leider nur noch nicht so populär.
Vor allem Real- und Hauptschulen könnte man so die Möglichkeit geben, wieder Anschluss an Gymnasien zu erhalten. Vor allem im sozialen Bereich. 
von Leonie Schlick - veröffentlicht in: Meine Meinung - Community: Bildung & Schule
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Tuesday, 11. november 2008 2 11 /11 /Nov. /2008 15:27

Meine Vorstellung der Schule von Morgen

 

Die heutige Generation wächst mit Medien aller Art auf.

Was unsere Eltern sich noch mühsam in Seminaren und Kursen erarbeiten mussten, ist für uns Alltag.

Wir nutzen das Internet auf eine ganz andere Art. Wir haben keine Angst vor Selbstdarstellung im Netz und nutzen es, um uns mit all unseren Freunden rund um die Welt auszutauschen.

 

Während man in Firmen langsam diese neue Entwicklung wahrnimmt und sich dementsprechend mit neuen Produkten und Angeboten an die Jugend von heute wendet, bleibt unser Schulsystem auf einem veralteten Stand.

 

Wie kann es sein, dass die Leistung eines Schülers von der Lehrkompetenz eines Lehrers abhängt, obwohl wir mittlerweile jede erdenkliche Möglichkeit der Vernutzung haben?!

 

Bereits mit etwa 14 Jahren wollte ich meine eigene Schule gründen, weil ich so unzufrieden war. Als mir dann jedoch klar wurde, dass ich dazu auf Lehramt studieren müsste, habe ich mich doch dagegen entschieden. Außerdem schien es mir so, als gäbe es zu wenige Leute, die so denken wie ich. Heute merke ich, dass ich es vielleicht doch mit meinem jetzigen Studium verbinden kann und sogar Menschen finde, die dieselben Vorstellungen wie ich haben.

 

Trotz teilweise bester Ausstattung an Schulen wird diese im Unterricht kaum genutzt. Wenn es hoch kommt, verwenden die Lehrer einen Overheadprojektor, für mehr scheint es nicht zu reichen.

Mittlerweile besitzt eigentlich jede Schule einen Computerraum. Dieser darf dann meist einmal in der Woche benutzt werden oder ist so eingeschränkt verwendbar, dass es sich auch wieder nicht lohnt.

 

Politiker beschweren sich, dass es an Hauptschulen immer katastrophaler zugeht. Die Schüler dort haben kaum noch eine Chance, weil sie in einem Umfeld groß werden, indem lernen und Schule eine sehr kleine Bedeutung haben und wenig angesehen sind.

Die Berufschancen sind ebenfalls sehr schlecht, weil sich heutzutage immer mehr Abiturienten für Ausbildungen bewerben und natürlich werden lieber diese als ein Schüler mit Hauptschulabschluss genommen.

 

Jedes Jahr kommen neue Schüler in die 5. Klasse und jedes Jahr bringt derselbe Lehrer diesen neuen Schülern die Bruchrechnung bei.

Jedes Jahr haben die neuen Schüler dieselben Fragen und dieselben Probleme und jedes Jahr muss der Lehrer sich mit jedem einzeln beschäftigen und hat jedes Jahr zu wenig Zeit dafür.

Der Lehrer hat nach ein paar Jahren ein eingespieltes Programm und seine eigene Methode, den Schülern die Materie beizubringen. Mal lernen die Schüler schneller, mal sind sie langsamer.

Wie auch immer, der Lehrer ändert nichts mehr an seinen Methoden.

 

Schlechte oder zu gute Schüler kommen in diesem System zu kurz. Es ist kein Platz für Spezialfälle.

 

Wieso können diese Fragen, die jedes Jahr wieder gestellt werden, nicht einmal beantwortet und dann im Internet zur Verfügung gestellt werden?

Ich stelle mir eine nationale Plattform vor, die die Fragen zu allen Fächern aufgreift, beantwortet und jedem Schüler bereit stellt.

Dann kann jeder darauf zugreifen, wenn er möchte. Aber auch ein Schüler aus der 5. Klasse kann Aufgaben aus der 7. Klasse bearbeiten, wenn er sich unterfordert fühlt.

Klassen würden nicht mehr nach Alter zusammengestellt, sondern nach der Bereitschaft der Schüler, etwas zu lernen.

Außerdem kann jeder Schüler seine Ergebnisse ins Internet stellen und so profitiert jeder davon.

Unser Schulsystem basiert darauf, jedem einzeln wieder dasselbe beizubringen. Wieso aber nutzen wir nicht die vielen Jahre der Erarbeitung dieser Lehrmaterialien und geben den Schülern von heute die Möglichkeit, auf das Wissen, das andere bereist erhalten haben und die Aufgaben, die diese bereist gelöst haben, zuzugreifen und gleichzeitig darauf aufzubauen und alles viel schneller zu lösen.

Vielleicht hat ein Schüler, der ein Jahrgang über mir war, eine brillante Frage gestellt und eine ebenso tolle Antwort erhalten, die die ganze Klasse weitergebracht hat. Ich aber werde nie davon erfahren und muss sie mir selbst erarbeiten. Vielleicht werde ich aber auch nie auf diese Frage kommen und so bleibe ich auf meinem Wissensstand.

Durch eine Vernetzung und Einrichtung einer Plattform, würde das Wissen aus ganz Deutschland zusammengeführt werden und so wäre kein Schüler mehr von der Kompetenz eines einzelnen Lehrers abhängig.

 

Schule von heute bedeutet: Festgelegte Lehrvorgaben, begrenzte Zeit, wenig Möglichkeit zur Selbstentfaltung.

Wir werden gemessen an unserer Beteiligung im Unterricht und an dem, was wir zu einem bestimmten Thema in einer Stunde schreiben können.

Mir hat es immer Spaß gemacht, mich am Unterrichtsgespräch zu beteiligen. Trotzdem hatte ich es auch oft genug, dass ich eine nicht so gute Note bekam, weil mir das Thema einfach nicht lag.

Sicher gibt es andere Schüler, die mit keinem einzigen Thema in der Schule etwas anfangen können oder sich so unterfordert fühlen, dass sie es ganz aufgeben.

Frustration ist das Ende des stetigen Lernens und jeglicher guten Noten in der Schule. Jeder geht damit anders um. Der eine gibt völlig auf, der andere nutzt es, um endlich mehr zu machen.

 

70% meines Kontaktes mit Freunden läuft bei mir über Internet.

Schule und Lehrer stehen als Kontrastprogramm zum Internet und Computer. Was in der Kommunikationsbranche bereits eingesehen wurde, ist in der Schulpolitik noch Fortschrittdenken.

Viele Schüler verbringen ihre Zeit lieber vor dem Pc, als vor den Hausaufgaben.

Was aber wäre so falsch daran, wenn Lehrer ihre Hausaufgaben online stellen und vielleicht so gestalten, dass sie sogar Spaß machen?!

Was, wenn ganze Unterrichtseinheiten online gestellt werden würden?

 

Ich war vor einigen Jahren mal in Dänemark und habe dort eine Schulform kennengelernt, die mich sehr beeindruckt hat.

Die Kinder dort haben nur Englisch gesprochen. Überall auf dem Gelände gab es Räume, die komplett mit Computern ausgestattet waren. Jedes Kind musste beispielsweise 10 Matheaufgaben im Monat lösen, konnte aber selbst entscheiden, wann es diese macht. Es ging nicht um die Richtigkeit, sondern nur darum, dass es alle bearbeitet und versteht. Es konnte die Aufgaben und Lösungen jederzeit seinem Lehrer schicken und nachfragen. Außerdem war immer ein Mitschüler im Raum, mit dem es sich ebenfalls austauschen konnte.

So konnte jeder Schüler selbst die Zeit bestimmen, wann er am aufnahmefähigsten ist, wann er aufstehen will und was er wann macht.

 

Das deutsche Schulsystem besteht aus Vorgaben:

Wir müssen zu einer bestimmten Zeit in der Schule sein und zu einem bestimmten Zeitpunkt ein vorgegebenes Thema bearbeiten. Es könnte die Welt untergehen, aber im Fach Politik würden wir alles zum Thema Demokratie erfahren.

Natürlich müssen Grundlagen geschaffen werden und in den ersten Jahren müssen Schüler diese gelehrt bekommen, um später Vergleichsmöglichkeiten zu haben.

Später dann aber sollte man im Lehrplan mehr Freiheiten schaffen, um auch auf aktuelle Themen eingehen zu können.

Fächer sollten mehr vernetzt werden. Besonders Physik und Mathe liegen oft sehr dicht beieinander. Das jedoch konnte ich selbst nur so gut vereinen, da ich durch meinen Vater die sonst fehlende Einzelberatung hatte.

Wenn ich bei Wikipedia einen Artikel lese, finde ich mindestens 10 Links, die mir zeigen, womit dieses Thema noch alles zu tun hat. Ich sehe also auf einen Blick alle Verbindungen und kann mich, wenn ich Interesse dafür habe, gleich auch noch in diesen Bereichen weiterbilden.

 

Wir werden nach einem Zeugnis beurteilt, das aus Noten besteht, die sich nur auf bestimmte Fächer beschränken. Softskills werden gefordert, aber nicht gelehrt. Um sich diese mit einer Urkunde zu erarbeiten, muss man alles neben der Schule machen und auch noch bezahlen, was meist nicht ganz billig ist.

Teamfähigkeit ist eine wünschenswerte Eigenschaft, aber selten findet man einen Klassenlehrer, der es schafft, eine richtige Gemeinschaft in der Klasse zu schaffen. Dafür reicht mal wieder die Zeit nicht.

Ich bin in einer Zeit zur Schule gegangen, in der die Lehrer gerade gestreikt haben und daher alle Klassenreisen gestrichen wurden. Die Frage ist jedoch, wem hier wirklich geschadet wird!

 

Wir suchen händeringend neue Führungskräfte und junge Menschen, die Ingenieure oder Informatiker werden wollen.

Aber was wird wirklich für die Kinder von heute getan?

 

Es sollte Pflicht der regierenden Parteien sein, gute Lernmöglichkeiten an allen Schulen und nicht nur an Gymnasien zu bieten. Das heißt, eine entsprechende Ausstattung mit Computern und Netzanbindung.

Was aber besonders wichtig ist, und das haben amerikanische Studien ergeben, ist die Schulung der Lehrer.

In Amerika wurden die Schulen mit den besten Technologien ausgestattet. Was aber bringt das, wenn die Lehrer, die damit umgehen sollen, nicht wissen, wie.

Erst, wenn die Lehrer verstehen, dass sie die neuen Medien in ihren Unterricht mit einbeziehen müssen, kann sich der Fortschritt in Schulen durchsetzen.

Ich kenne genügend Lehrer, die stolz sind, dass sie überhaupt schon Email schreiben können. Das sollte Standard sein!

 

Wenn wir wirklich mehr Studenten haben wollen, müssen wir in den Schulen mehr Möglichkeiten und bessere Grundlagen schaffen.

 

Früher war es für mich selbstverständlich, dass ich einmal studieren werde.

Als es dann soweit war, wusste ich, dass ich niemals an eine normale Uni gehen will, weil ich keine Lust mehr auf Frontalunterricht hatte und keine Studentin von 800 in einem Saal sein wollte.

Hätte ich also den dualen Studienplatz nicht bekommen, hätte ich lieber eine Ausbildung gemacht, als auf diese Weise, unter diesen Bedingungen zu studieren.

Was ich auch miterlebt habe, war, dass Freunde, die gerne studiert hätten, nicht die entsprechenden Noten hatten und daher nun erstmal ein Jahr Pause machen müssen.

Darüber habe ich mir früher nie Gedanken gemacht. Ich dachte, jeder könnte studieren, wenn er wollte.

Ich will damit nicht sagen, dass die Aussortierung durch den NC abgeschafft werden soll. Viel mehr sollte man in der Schule ein anderes Verhältnis zum Lernen vermitteln, das automatisch mehr Spaß und bessere Noten bringt.

Ich höre immer mehr Lehrer, die ihren Job nicht mehr mögen, weil sie mittlerweile fast 80% ihrer Arbeit zu Hause mit Korrekturen, Vor- und Nachbereitung verbringen. Das war wohl früher nicht so.

Der Papierkram hat sich vervierfacht.

 

Ich war lange eine Verfechterin der kleinen Klassen und habe die Klassen, die aus 30 Schülern bestanden verurteilt. Noch immer finde ich kleine Klassen besser, dennoch habe ich gemerkt, dass es nicht nur darauf ankommt.

In China herrschen zwar andere Methoden und andere Umstände, dennoch schafft man es dort sogar mit 60 Schülern in einer Klasse, entsprechende Leistungen von den Schülern zu bekommen.

Es liegt also am Lehrer, vielleicht auch am Fach und den daraus folgenden Möglichkeiten der Unterrichtsgestaltung.

 

 

Es gibt bereist einige gute Alternativen zu den staatlichen Schulen. Dies sind dann meist Internate oder private Schulen, die abhängig vom Gehalt der Eltern bezahlt werden.

Eine mögliche Lösung. Aber ich denke, es gibt noch mehr.

 

Ich frage mich nur: Wann wird endlich etwas verändert? Und wann werden endlich auch einmal die Schüler oder die Jugend von heute miteinbezogen?

Wir werden als Unmündige behandelt, obwohl wir doch am besten wissen, wie der Alltag aussieht, was für Möglichkeiten es gibt, die wir bereits aus dem Internet kennen und was wir eigentlich wollen.

Ich kenne so viele intelligente Schüler, deren Intelligenz man aber nicht auf dem Zeugnis sehen kann, weil es irgendwann beschlossen haben, dass dieses System nicht weiterführend ist und sie sich dem Regiment der Lehrer nicht anpassen wollen.

Der persönliche Aspekt wird vernachlässig. Man geht davon aus, dass jeder immer gut lernen kann, wenn er nur intelligent oder fleißig genug ist.

Dem ist nicht so. Die Betreuung der Schüler ist ebenso wichtig.

Was passiert gerade in ihren Familien? Werden sie vielleicht gemobbt? Haben sie ausfüllende Hobbies? Haben sie genügend Kontakte in ihrer Freizeit?

Alles Dinge, die ein Lehrer selten fragt, weil der Kontakt Lehrer-Schüler nicht gefördert wird. Der Lehrplan und die bezahlten Stunden sehen keine persönlichen Gespräche vor.

Jeder Schüler ist auf sich allein gestellt und wenn die Eltern nicht dafür da sind, dann hat ein Kind von heute eigentlich selten eine Bezugsperson, denn die Freunde im selben Alter können meist nicht helfen oder man schämt sich.

 

Die Zugehörigkeit zu einer Gruppe ist ein existenzielles Gefühl eines jeden Mensches. Und das sollte in jeder Klasse gefördert werden.

Ich habe selbst erfahren, wie meine Leistung runter ging, als ich mich niemandem mehr zugehörig fühlte und eher als Einzelkämpfer durch die Gegend lief. Durch den fehlenden Rückhalt habe ich mich nicht mehr getraut, einen Lehrer anzusprechen, wenn ich etwas nicht verstand. Ich hatte zu große Angst und wollte vor niemanden als dumm dastehen.

Ich denke, so geht es vielen Schülern und in Hauptschulen wahrscheinlich noch viel mehr.

von Leonie Schlick - veröffentlicht in: Meine Meinung
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Sunday, 9. november 2008 7 09 /11 /Nov. /2008 11:05

Es gibt für mich weder das „Gute“ noch das „Böse“ im Menschen oder als Gestalt eines Menschen. Es gibt auch kein "Richtig" oder "Falsch".

Welcher Mensch darf sich erlauben, als Richter zu fungieren und etwas für „schlecht“ der „gut“ zu definieren? Das ist eine Frage der Sichtweise und der eigenen Erfahrungen.

Kein Mensch ist befugt oder berechtigt, einen anderen Menschen zu be- oder verurteilen.

Wir maßen uns an, über die Gründe einer Tat hinwegzusehen und sie für nichtig zu erklären, weil sie objektiv betrachtet nicht "gut" (gut=nicht gesellschaftlich anerkannt) sind.

 

Ich will nicht das Gesetz reformieren, aber wir brauchen einen neuen Denkansatz in Bezug auf Konflikte und Gefühle, wie Wut und Ärger.

Jedes Gefühl ist eine rein subjektive Wahrnehmung, ausgelöst durch Erinnerungen und Erlebnisse der eigenen Vergangenheit. Nicht der Mensch, der uns gegenüber sitzt, hat die Wut ausgelöst. Er hat sich höchstens so verhalten, wie wir es schon einmal erlebt haben und daher reagieren wir jedes Mal auf die gleiche Weise auf eine bestimmte Situation.

Meist stellt man sogar fest, dass die andere Person es gar nicht so meinte, wie wir es verstanden haben. Aber die wenigsten fragen nach. Sie regen sich lieber gleich auf und lassen ihre Wut raus. Dagegen ist nichts einzuwenden, allerdings kann in diesen Wutausbrüchen selten zum Ausdruck gebracht werden, warum man sich wirklich aufgeregt und verletzt gefühlt hat.

Es besteht ein meilenweiter Unterschied zwischen „Wut rauslassen“ und die "Wut klar definieren", sich selbst auf die Schlichen zu kommen, warum man genau auf diese Weise reagiert.

 

Beispiel:

 

Eine Frau regt sich auf, weil ihr Mann wieder einmal viel zu spät von der Arbeit kommt.

Sie macht ihm Vorwürfe, sie ist enttäuscht und wütend.

Die Situation eskaliert, weil der Mann sich natürlich seiner „Schuld“ bewusst ist, sein Gesicht aber im Streit nicht verlieren will. Beide greifen sich an und am Ende schlafen sie in getrennten Betten.

 

Einige werden sagen, dass das doch eine verständliche Reaktion der Frau war. Mag sein. Aber das ist ein subjektives Urteil.

Sie hätte sich nicht aufregen müssen. Auch, wenn er sie vielleicht schon 10mal versetzt hat, sie hätte auch anders reagieren können.

Aber wir reagieren so, weil wir es so bei unseren Eltern gelernt haben, weil uns nie eine Alternative gezeigt wurde und wir es daher für die beste Lösung bzw. die "richtige" Methode halten.

 

Es hat sie leider nicht ans Ziel gebracht.

Wenn wir ihre Gefühle aber hingegen aufschlüsseln würden, würden wir feststellen, dass sie eigentlich Angst um ihn hatte, dass sie traurig war, weil sie allein zu Hause saß, dass sie enttäuscht war, weil sie keinen Gesprächspartner hatte, dass sie enttäuscht war, weil sie eigentlich seine Nähe brauchte und sich einsam fühlte.

 

Gegenbeispiel:

 

Vor kurzem habe ich mich mit einem Freund getroffen.

Ich war um 19 Uhr am Treffpunkt, aber er kam nicht.

Ich wartete tatsächlich eine ganze Stunde dort auf ihn, weil ich wusste, dass er mich nicht bewusst versetzen würde. Als ich dann gerade gehen wollte, kam er.

 

Statt jedoch nun wütend und genervt auf sein Kommen zu reagieren (ich hatte ja einen „guten“ Grund), umarmte ich ihn und freute mich riesig, nun endlich mit ihm reden und zusammensitzen zu können.

Ich war einfach glücklich, mich endlich mit ihm auszutauschen und das sagte ich ihm auch. Es war ihm zwar unangenehm, dass er mich so lang hat warten lassen, aber ich wiederholte mehrmals, dass es mir wirklich egal sei.

Um trotz der Warterei noch so glücklich reagieren zu können, musste ich mir eine neue Art von Denken verinnerlichen.

In jedem Moment denke ich mir, dass alles, was ich tue und was passiert einen Sinn hat, den ich vielleicht in diesem Moment noch nicht begreife, der mich aber zum Ziel und zu meinem persönlichen Glück bringt.

Ich bin meinem "Gott" für jede fröhliche Sekunde dankbar.

Mit dieser Einstellung werde ich so offen für andere Menschen, dass ich jeden, der mir begegnet anstrahle und es in Kauf nehme, komisch angesehen zu werden, weil man mein Lächeln nicht nachvollziehen kann. Wie auch?!

Ich lache einfach vor mich hin. Wahrscheinlich denkt die Hälfte der Leute in der Bahn, ich sei frisch verliebt. Aber dem ist nicht so. Und selbst, wenn es so wäre, wäre das kein wichtigerer Grund für mich, glücklich zu sein. Das ist völlige Nebensache.

Ich habe auch begriffen, dass es völlig egal ist, in wen ich mich verliebe.

Ich bräuchte eigentlich nur mit dem Finger schnippen und schon finde ich irgendwen, der nicht nur für meinen Geschmack gut aussieht, sondern auch noch intelligent ist....

Das liegt nicht daran, dass ich so heißbegehrt bin, sondern viel mehr, dass ich so offen gegenüber allen bin, dass ich sowohl von ihnen als auch sie von mir viel erfahren. Und diese Offenheit schafft Bindung und Vertrauen.

 

 

Es kommt also auf unsere eigene Einstellung an und nicht darauf, ob der andere gerade genervt ist.

Natürlich kann man sich ständig über das Verhalten der anderen aufregen. Aber was habe ich davon?

Wieso sollte ich mein Stimmung von anderen abhängig machen?
Wieso sollte ich die kostbaren Sekunden meines Lebens damit verbringen, mich zu ärgern und schlechte Laune zu haben?

Es geht primär um meine eigenen Gefühle, um meine Bedürfnisse und mein Wohlbefinden.

Klingt egoistisch. Wirkt sich aber verbindend aus und ist wohl die höchste Form von Altruismus.
Denn in diesem Moment empfinde ich keine Last und keinen Zwang mehr und kann den Menschen helfen, weil ich mich gerne mit ihnen austausche und weil ich mein Glück mit ihnen teilen möchte.

von Leonie Schlick - veröffentlicht in: Meine Meinung
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