Tuesday, 11. november 2008 2 11 /11 /Nov. /2008 15:27

Meine Vorstellung der Schule von Morgen

 

Die heutige Generation wächst mit Medien aller Art auf.

Was unsere Eltern sich noch mühsam in Seminaren und Kursen erarbeiten mussten, ist für uns Alltag.

Wir nutzen das Internet auf eine ganz andere Art. Wir haben keine Angst vor Selbstdarstellung im Netz und nutzen es, um uns mit all unseren Freunden rund um die Welt auszutauschen.

 

Während man in Firmen langsam diese neue Entwicklung wahrnimmt und sich dementsprechend mit neuen Produkten und Angeboten an die Jugend von heute wendet, bleibt unser Schulsystem auf einem veralteten Stand.

 

Wie kann es sein, dass die Leistung eines Schülers von der Lehrkompetenz eines Lehrers abhängt, obwohl wir mittlerweile jede erdenkliche Möglichkeit der Vernutzung haben?!

 

Bereits mit etwa 14 Jahren wollte ich meine eigene Schule gründen, weil ich so unzufrieden war. Als mir dann jedoch klar wurde, dass ich dazu auf Lehramt studieren müsste, habe ich mich doch dagegen entschieden. Außerdem schien es mir so, als gäbe es zu wenige Leute, die so denken wie ich. Heute merke ich, dass ich es vielleicht doch mit meinem jetzigen Studium verbinden kann und sogar Menschen finde, die dieselben Vorstellungen wie ich haben.

 

Trotz teilweise bester Ausstattung an Schulen wird diese im Unterricht kaum genutzt. Wenn es hoch kommt, verwenden die Lehrer einen Overheadprojektor, für mehr scheint es nicht zu reichen.

Mittlerweile besitzt eigentlich jede Schule einen Computerraum. Dieser darf dann meist einmal in der Woche benutzt werden oder ist so eingeschränkt verwendbar, dass es sich auch wieder nicht lohnt.

 

Politiker beschweren sich, dass es an Hauptschulen immer katastrophaler zugeht. Die Schüler dort haben kaum noch eine Chance, weil sie in einem Umfeld groß werden, indem lernen und Schule eine sehr kleine Bedeutung haben und wenig angesehen sind.

Die Berufschancen sind ebenfalls sehr schlecht, weil sich heutzutage immer mehr Abiturienten für Ausbildungen bewerben und natürlich werden lieber diese als ein Schüler mit Hauptschulabschluss genommen.

 

Jedes Jahr kommen neue Schüler in die 5. Klasse und jedes Jahr bringt derselbe Lehrer diesen neuen Schülern die Bruchrechnung bei.

Jedes Jahr haben die neuen Schüler dieselben Fragen und dieselben Probleme und jedes Jahr muss der Lehrer sich mit jedem einzeln beschäftigen und hat jedes Jahr zu wenig Zeit dafür.

Der Lehrer hat nach ein paar Jahren ein eingespieltes Programm und seine eigene Methode, den Schülern die Materie beizubringen. Mal lernen die Schüler schneller, mal sind sie langsamer.

Wie auch immer, der Lehrer ändert nichts mehr an seinen Methoden.

 

Schlechte oder zu gute Schüler kommen in diesem System zu kurz. Es ist kein Platz für Spezialfälle.

 

Wieso können diese Fragen, die jedes Jahr wieder gestellt werden, nicht einmal beantwortet und dann im Internet zur Verfügung gestellt werden?

Ich stelle mir eine nationale Plattform vor, die die Fragen zu allen Fächern aufgreift, beantwortet und jedem Schüler bereit stellt.

Dann kann jeder darauf zugreifen, wenn er möchte. Aber auch ein Schüler aus der 5. Klasse kann Aufgaben aus der 7. Klasse bearbeiten, wenn er sich unterfordert fühlt.

Klassen würden nicht mehr nach Alter zusammengestellt, sondern nach der Bereitschaft der Schüler, etwas zu lernen.

Außerdem kann jeder Schüler seine Ergebnisse ins Internet stellen und so profitiert jeder davon.

Unser Schulsystem basiert darauf, jedem einzeln wieder dasselbe beizubringen. Wieso aber nutzen wir nicht die vielen Jahre der Erarbeitung dieser Lehrmaterialien und geben den Schülern von heute die Möglichkeit, auf das Wissen, das andere bereist erhalten haben und die Aufgaben, die diese bereist gelöst haben, zuzugreifen und gleichzeitig darauf aufzubauen und alles viel schneller zu lösen.

Vielleicht hat ein Schüler, der ein Jahrgang über mir war, eine brillante Frage gestellt und eine ebenso tolle Antwort erhalten, die die ganze Klasse weitergebracht hat. Ich aber werde nie davon erfahren und muss sie mir selbst erarbeiten. Vielleicht werde ich aber auch nie auf diese Frage kommen und so bleibe ich auf meinem Wissensstand.

Durch eine Vernetzung und Einrichtung einer Plattform, würde das Wissen aus ganz Deutschland zusammengeführt werden und so wäre kein Schüler mehr von der Kompetenz eines einzelnen Lehrers abhängig.

 

Schule von heute bedeutet: Festgelegte Lehrvorgaben, begrenzte Zeit, wenig Möglichkeit zur Selbstentfaltung.

Wir werden gemessen an unserer Beteiligung im Unterricht und an dem, was wir zu einem bestimmten Thema in einer Stunde schreiben können.

Mir hat es immer Spaß gemacht, mich am Unterrichtsgespräch zu beteiligen. Trotzdem hatte ich es auch oft genug, dass ich eine nicht so gute Note bekam, weil mir das Thema einfach nicht lag.

Sicher gibt es andere Schüler, die mit keinem einzigen Thema in der Schule etwas anfangen können oder sich so unterfordert fühlen, dass sie es ganz aufgeben.

Frustration ist das Ende des stetigen Lernens und jeglicher guten Noten in der Schule. Jeder geht damit anders um. Der eine gibt völlig auf, der andere nutzt es, um endlich mehr zu machen.

 

70% meines Kontaktes mit Freunden läuft bei mir über Internet.

Schule und Lehrer stehen als Kontrastprogramm zum Internet und Computer. Was in der Kommunikationsbranche bereits eingesehen wurde, ist in der Schulpolitik noch Fortschrittdenken.

Viele Schüler verbringen ihre Zeit lieber vor dem Pc, als vor den Hausaufgaben.

Was aber wäre so falsch daran, wenn Lehrer ihre Hausaufgaben online stellen und vielleicht so gestalten, dass sie sogar Spaß machen?!

Was, wenn ganze Unterrichtseinheiten online gestellt werden würden?

 

Ich war vor einigen Jahren mal in Dänemark und habe dort eine Schulform kennengelernt, die mich sehr beeindruckt hat.

Die Kinder dort haben nur Englisch gesprochen. Überall auf dem Gelände gab es Räume, die komplett mit Computern ausgestattet waren. Jedes Kind musste beispielsweise 10 Matheaufgaben im Monat lösen, konnte aber selbst entscheiden, wann es diese macht. Es ging nicht um die Richtigkeit, sondern nur darum, dass es alle bearbeitet und versteht. Es konnte die Aufgaben und Lösungen jederzeit seinem Lehrer schicken und nachfragen. Außerdem war immer ein Mitschüler im Raum, mit dem es sich ebenfalls austauschen konnte.

So konnte jeder Schüler selbst die Zeit bestimmen, wann er am aufnahmefähigsten ist, wann er aufstehen will und was er wann macht.

 

Das deutsche Schulsystem besteht aus Vorgaben:

Wir müssen zu einer bestimmten Zeit in der Schule sein und zu einem bestimmten Zeitpunkt ein vorgegebenes Thema bearbeiten. Es könnte die Welt untergehen, aber im Fach Politik würden wir alles zum Thema Demokratie erfahren.

Natürlich müssen Grundlagen geschaffen werden und in den ersten Jahren müssen Schüler diese gelehrt bekommen, um später Vergleichsmöglichkeiten zu haben.

Später dann aber sollte man im Lehrplan mehr Freiheiten schaffen, um auch auf aktuelle Themen eingehen zu können.

Fächer sollten mehr vernetzt werden. Besonders Physik und Mathe liegen oft sehr dicht beieinander. Das jedoch konnte ich selbst nur so gut vereinen, da ich durch meinen Vater die sonst fehlende Einzelberatung hatte.

Wenn ich bei Wikipedia einen Artikel lese, finde ich mindestens 10 Links, die mir zeigen, womit dieses Thema noch alles zu tun hat. Ich sehe also auf einen Blick alle Verbindungen und kann mich, wenn ich Interesse dafür habe, gleich auch noch in diesen Bereichen weiterbilden.

 

Wir werden nach einem Zeugnis beurteilt, das aus Noten besteht, die sich nur auf bestimmte Fächer beschränken. Softskills werden gefordert, aber nicht gelehrt. Um sich diese mit einer Urkunde zu erarbeiten, muss man alles neben der Schule machen und auch noch bezahlen, was meist nicht ganz billig ist.

Teamfähigkeit ist eine wünschenswerte Eigenschaft, aber selten findet man einen Klassenlehrer, der es schafft, eine richtige Gemeinschaft in der Klasse zu schaffen. Dafür reicht mal wieder die Zeit nicht.

Ich bin in einer Zeit zur Schule gegangen, in der die Lehrer gerade gestreikt haben und daher alle Klassenreisen gestrichen wurden. Die Frage ist jedoch, wem hier wirklich geschadet wird!

 

Wir suchen händeringend neue Führungskräfte und junge Menschen, die Ingenieure oder Informatiker werden wollen.

Aber was wird wirklich für die Kinder von heute getan?

 

Es sollte Pflicht der regierenden Parteien sein, gute Lernmöglichkeiten an allen Schulen und nicht nur an Gymnasien zu bieten. Das heißt, eine entsprechende Ausstattung mit Computern und Netzanbindung.

Was aber besonders wichtig ist, und das haben amerikanische Studien ergeben, ist die Schulung der Lehrer.

In Amerika wurden die Schulen mit den besten Technologien ausgestattet. Was aber bringt das, wenn die Lehrer, die damit umgehen sollen, nicht wissen, wie.

Erst, wenn die Lehrer verstehen, dass sie die neuen Medien in ihren Unterricht mit einbeziehen müssen, kann sich der Fortschritt in Schulen durchsetzen.

Ich kenne genügend Lehrer, die stolz sind, dass sie überhaupt schon Email schreiben können. Das sollte Standard sein!

 

Wenn wir wirklich mehr Studenten haben wollen, müssen wir in den Schulen mehr Möglichkeiten und bessere Grundlagen schaffen.

 

Früher war es für mich selbstverständlich, dass ich einmal studieren werde.

Als es dann soweit war, wusste ich, dass ich niemals an eine normale Uni gehen will, weil ich keine Lust mehr auf Frontalunterricht hatte und keine Studentin von 800 in einem Saal sein wollte.

Hätte ich also den dualen Studienplatz nicht bekommen, hätte ich lieber eine Ausbildung gemacht, als auf diese Weise, unter diesen Bedingungen zu studieren.

Was ich auch miterlebt habe, war, dass Freunde, die gerne studiert hätten, nicht die entsprechenden Noten hatten und daher nun erstmal ein Jahr Pause machen müssen.

Darüber habe ich mir früher nie Gedanken gemacht. Ich dachte, jeder könnte studieren, wenn er wollte.

Ich will damit nicht sagen, dass die Aussortierung durch den NC abgeschafft werden soll. Viel mehr sollte man in der Schule ein anderes Verhältnis zum Lernen vermitteln, das automatisch mehr Spaß und bessere Noten bringt.

Ich höre immer mehr Lehrer, die ihren Job nicht mehr mögen, weil sie mittlerweile fast 80% ihrer Arbeit zu Hause mit Korrekturen, Vor- und Nachbereitung verbringen. Das war wohl früher nicht so.

Der Papierkram hat sich vervierfacht.

 

Ich war lange eine Verfechterin der kleinen Klassen und habe die Klassen, die aus 30 Schülern bestanden verurteilt. Noch immer finde ich kleine Klassen besser, dennoch habe ich gemerkt, dass es nicht nur darauf ankommt.

In China herrschen zwar andere Methoden und andere Umstände, dennoch schafft man es dort sogar mit 60 Schülern in einer Klasse, entsprechende Leistungen von den Schülern zu bekommen.

Es liegt also am Lehrer, vielleicht auch am Fach und den daraus folgenden Möglichkeiten der Unterrichtsgestaltung.

 

 

Es gibt bereist einige gute Alternativen zu den staatlichen Schulen. Dies sind dann meist Internate oder private Schulen, die abhängig vom Gehalt der Eltern bezahlt werden.

Eine mögliche Lösung. Aber ich denke, es gibt noch mehr.

 

Ich frage mich nur: Wann wird endlich etwas verändert? Und wann werden endlich auch einmal die Schüler oder die Jugend von heute miteinbezogen?

Wir werden als Unmündige behandelt, obwohl wir doch am besten wissen, wie der Alltag aussieht, was für Möglichkeiten es gibt, die wir bereits aus dem Internet kennen und was wir eigentlich wollen.

Ich kenne so viele intelligente Schüler, deren Intelligenz man aber nicht auf dem Zeugnis sehen kann, weil es irgendwann beschlossen haben, dass dieses System nicht weiterführend ist und sie sich dem Regiment der Lehrer nicht anpassen wollen.

Der persönliche Aspekt wird vernachlässig. Man geht davon aus, dass jeder immer gut lernen kann, wenn er nur intelligent oder fleißig genug ist.

Dem ist nicht so. Die Betreuung der Schüler ist ebenso wichtig.

Was passiert gerade in ihren Familien? Werden sie vielleicht gemobbt? Haben sie ausfüllende Hobbies? Haben sie genügend Kontakte in ihrer Freizeit?

Alles Dinge, die ein Lehrer selten fragt, weil der Kontakt Lehrer-Schüler nicht gefördert wird. Der Lehrplan und die bezahlten Stunden sehen keine persönlichen Gespräche vor.

Jeder Schüler ist auf sich allein gestellt und wenn die Eltern nicht dafür da sind, dann hat ein Kind von heute eigentlich selten eine Bezugsperson, denn die Freunde im selben Alter können meist nicht helfen oder man schämt sich.

 

Die Zugehörigkeit zu einer Gruppe ist ein existenzielles Gefühl eines jeden Mensches. Und das sollte in jeder Klasse gefördert werden.

Ich habe selbst erfahren, wie meine Leistung runter ging, als ich mich niemandem mehr zugehörig fühlte und eher als Einzelkämpfer durch die Gegend lief. Durch den fehlenden Rückhalt habe ich mich nicht mehr getraut, einen Lehrer anzusprechen, wenn ich etwas nicht verstand. Ich hatte zu große Angst und wollte vor niemanden als dumm dastehen.

Ich denke, so geht es vielen Schülern und in Hauptschulen wahrscheinlich noch viel mehr.

von Leonie Schlick - veröffentlicht in: Meine Meinung
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Kommentare

Zum Thema Schule und Vernetzung: Schau dir mal das Video einer Seminarsitzung von uns an. Dort wird genau über dieses Thema intensiv diskutiert: http://tinyurl.com/5mpt5l Viele Grüße, Christian
Kommentarnr1 gepostet von Christian Spannagel am 19.11.2008 um 00h39
An sich sind das schöne Gedanken. Wobei die INHALTE nicht unbedingt von der FORM ihrer Verimttlung abhängen. Und: In klasse 12 habe ich mit ganz 'teuren neuen' Computern gearbeitet: Commdore PET. Und in BASIC programmiert. Schon 3 Jhare später war das Wissen wie man DIESE Maschinen bedient zu 100% obsolet. an der Uni hab ich mit DOS und DOSword gearbeitet, schon 3 Jahre später... An sich soll man in der Schule Denken lernen. als ich am ersten PC saß, war mir nach ein paar Sekunden klar, was ich zu tun hatte. Was aber in der Tat nicht an meinen Lehrern lag ;) Ach ja. 2001 habe ich versucht, einem Englisch Grundkurs nahezubringen, was so ein Wiki für die Vokabelarbeit bringen könnte. begriffen hat es dort gluab ich KEINER.
Kommentarnr2 gepostet von oliverg am 2.12.2008 um 20h07
Ich kann wirklich nur schwer glauben, dass die Schüler aus dem Englischgrundkurs das nicht verstanden haben.
Natürlich: am Ende liegt es an der Umsetzung, die vielleicht keiner in die Hand nimmt und daran scheitert es dann.
Aber die Jugendlichen nutzen ohnehin schon all diese Medien.
Es geht aus darum, ihnen als Lehrer zu zeigen, wie sie diese auch für die Schule oder ihre Bildung oder ihren Job nutzen können.
Und DAS wissen dann meist nur die Lehrer (sofern sie entsprechend fortgebildet wurden).
Leider fehlt es noch an diesen Fortbildungen, glaube ich. 
Antwort von Leonie Schlick am 6.12.2008 um 18h30
Nun es war 2002, da hab ich grad mein erstes eigenes Wiki gestartet, das übrigens immer noch mit dem alten Code läuft ;) Von Wikipedia hat damals noch keiner geredet ;) Die Schüler hatten sich beschwert, dass es zu 'Lord f the Flies' keine Vokabelliste gibt. ich sagte: Ok, ich baue euch was online, wo ihr immer zu zweit 2 Kapitel bearbeiten könnt, hier in der Schule oder zu Hause. Wenn das alle gemacht hätten, hätten wir (und alle anderen im Netz) jetzt ein Wiki mit den Vokabeln zu Lord of the Flies... Leider ist das wiki inzwischen verschütt, es war ein Angebot von 'Forum Romanum' und ich hab es nicht wieder gefunden, als ich es gesucht hatte ;) Das war aber auch die zeit, als die 10er immer von 'mailen' sprachen (was mich zunächst beeindruckte) und SMS meinten ;)
Kommentarnr3 gepostet von oliverg am 7.12.2008 um 12h50
Ich muss gestehen, dass ich in meinem Freundeskreis eigentlich auch die einzige bin, die so viel im Internet macht, Blogs und Kommentare aller Art schreibt und sich mit dem Thema Web 2.0 so sehr auseinandersetzt. Und das, obwohl wir ja alle aus der digital Native Generation stammen. Man muss also sagen, dass es zwar eine Gruppierung in dieser Generation gibt, die Internet und neue Medien stark nutzen, sich auskennen und bereit sind, ihre Meinung auch öffentlich zu vertreten bzw. überhaupt eine Meinung haben. Dies ist aber wirklich nur eine kleine Gruppierung, die, wenn man ganz ehrlich ist, nicht als Mainstream bezeichnet werden darf. Wenn ich meiner besten Freundin erzähle, dass ich twittere, guckt sie mich komisch an und fragt mich, was das sei und wozu man das braucht. Der normale Schüler, der ab und zu auch mal lernt und daher für solchen "Kram" keine Zeit hat, kennt nicht einmal den Begriff "Twitter". Es ist also utopisch, zu sagen, dass wir (etwa ab Jahrgang 1980) Computer und Medien ausschließlich für unsere Kommunikation verwenden. Was ich aber sagen will, ist vielmehr, dass es Ziel sein sollte, die neuen Medien sträker zu nutzen, weil wir sonst im internationalen Vergleich bald nicht mehr an der Spitze der Ideenentwicklung mitmachen können. Je mehr Menschen sich mit den neusten Entwicklungen privat beschäftigen, desto mehr Input kann kommen und desto innovativer können wir sein, weil wir schneller begreifen und wissen, was noch auf dem Markt fehlt, damit wir uns besser austauschen können oder noch bessere Technik entwickeln können. Kennen wir die neusten Möglichkeiten im Internet noch nicht, müssen auch wir digital Natives sie erlernen, was wiederum zeit braucht. Und auch das tun wir nur, wenn wir ein entsprechendes Studium wählen, was aber die wenigsten tun, weil sehr viele abschrecken, sobald sie erfahren, dass Mathematik Inhalt des Studiums ist.
Kommentarnr4 gepostet von Leonie Schlick am 8.12.2008 um 10h44
Auf meiner privaten Homepage http://winfriedschley.net - noch aus der Steinzeit des Internet - kann man schon seit vielen Jahren typische Klassenarbeiten der verschiedenen Jahrgänge herunterladen, seine Wissenslücken damit überprüfen und stopfen. Nur wenige tun es von sich aus. Meine eigenen Schüler wollen sie vor der nächsten Klassenarbeit besprochen haben und sind tief enttäuscht, wenn diese anders aussieht als die im Netz. Viele sind also keine echten Lerner, sondern nur Konsumierer. Wo kein Funke von innen glimmt, kann man von außen kein Feuer schüren, auch als Lehrer nicht. Echtes Lernen geschieht im Menschen nur dort, wo der Mensch eine Sehnsucht nach Vertiefung spürt, dafür eigene Energie einsetzen will und es auch tut. Die Methoden dazu sind zweitrangig.
Kommentarnr5 gepostet von Winfried Schley am 1.02.2009 um 10h41

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